Schmerzambulanz / Schmerzpraxis
Dres. med. Martin Krumbeck* und Rolf Leeser*
Ärzte für Anästhesie, Spezielle Schmerztherapie
Schönbornstr.10, 97980 Bad
Mergentheim
im Gebäude der
SCHMERZKLINIK BAD MERGENTHEIM
Tel.: 07931-5493-51 - Fax 5493-50 - E-Mail:
schmerzklinik@schmerzklinik.com
Wir informieren über
Schmerzanfälle
Zunächst gilt es, den Begriff "Schmerzanfälle" zu definieren. Nach Roche ist eine Attacke ein kurzzeitiges Anfallsgeschehen, demnach versteht man unter Schmerzanfälle kurzzeitige Schmerzat tacken, also Schmerzen, die relativ plötzlich auftreten und nach "kurzer" Zeit wieder abklingen. Aber, wie lange ist "kurz"? Diese Frage wird bei Betrachtung verschiedener Krankheiten, die typische Schmerzanfälle aufweisen, verständlich.
Die kürzesten Schmerzanfälle
treten bei einer (echten) Neuralgie
auf, die Dauer liegt im Sekundenbereich.
Die am häufigsten vorkommende Neuralgie ist die Trigeminusneuralgie.
Dieser Gesichtsschmerz
ist gekennzeichnet durch attackenförmige Schmerzanfälle mit maximaler Stärke und überwiegend kurzer Dauer (Sekunden).
Der Schmerzbereich deckt sich mit dem Ausbreitungsgebiet des betroffenen
Nervenastes. Die Schmerzanfälle können auch durch physiologische, taktile
(= den Tastsinn betreffend),
thermische
oder propriozeptive
(= den Eigenreflex betreffende)
Reize
ausgelöst werden. Häufige Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen) sind
bei der (echten) Trigeminusneuralgie Kauen, Sprechen oder bestimmte
Gesichtsbewegungen, die Berührung bestimmter Hautareale, die Einwirkung von
Wasser oder generell Kälteexposition. Meistens sind bei der Trigeminusneuralgie
Triggerpunkte bzw. Triggerzonen identifizierbar. In der Regel treten die Schmerzanfälle
streng einseitig auf (5% beidseitig) und überwiegend im 2. und 3. Ast
(ca. 4% 1. Ast) (Thoden 1987).
Die Beschwerden treten oft periodisch auf,
schmerzfreie Intervalle sind häufig. Manchmal gehen die Schmerzanfälle bei der Trigeminusneuralgie
auch in äußerst schmerzhafte längere Salven über. Stärkste Schmerzanfälle
gehen mit Zuckungen der Gesichtsmuskulatur einher (Tic douloureux).
Im Anfall ist die betroffene Gesichtspartie meist leicht gerötet, bedingt durch
den Schmerz kann Tränensekretion ausgelöst werden, was dann oft zur
Verwechslung mit dem Bing-Horton-Kopfschmerz
(Cluster-Kopfschmerz) führt, besonders wenn der 1. Ast
betroffen ist. Im Unterschied zum Bing-Horton-Kopfschmerz treten die
Schmerzanfälle meist nur am Tage auf.
Bei der körperlichen Untersuchung sind die zugehörigen
Nervenaustrittspunkte oft druckschmerzhaft (bei ca. 60%). Das weibliche
Geschlecht und Patienten jenseits des 40. Lebensjahres erkranken häufiger an
einer Trigeminusneuralgie.
Beim Cluster-Kopfschmerz
halten die Schmerzanfälle schon wesentlich länger an.
Hauptsymptom (= herausragendes Krankheitszeichen)
sind streng einseitige, in aller Regel periorbital (=
um das Auge herum) oder frontotemporal (=
Stirn-/Schläfenbereich betreffend)
und vorwiegend nachts auftretende Schmerzanfälle von unerträglicher Intensität und
einer durchschnittlichen Dauer bis zu wenigen Stunden. Überwiegend wird der
Schmerzcharakter mit bohrend oder brennend angegeben. Typischerweise, jedoch
nicht zwingend, kommt es zu Tränenfluß und Rötung des schmerzseitigen Auges,
evtl. begleitet von Engstellung der Pupille und Verengung der Lidspalte
(partielles Horner-Syndrom) sowie Nasenträufeln als Begleiterscheinungen.
Manchmal treten auch Übelkeit und Brechreiz auf, was zu Verwechslungen mit der
Migräne
führen kann.
Im Gegensatz zu Migränepatienten sind Patienten mit Cluster-Kopfschmerz
eher unruhig und laufen während der Attacke umher; ihr Ruhebedürfnis ist
weniger ausgeprägt als bei Migränikern. Der einschießende Schmerzcharakter
und die extreme Schmerzintensität können zur Verwechslung mit der
Trigeminusneuralgie Anlaß geben.
Schmerzauslösende Mechanismen können
vorhanden sein, so z.B. Flimmer- und Flackerlicht, Aufenthalt in großen Höhen,
Histamin und Nitroglyzerin, öfters aber auch Alkohol (Soyka 1989).
Nitroglyzerin (in Form von Nitratpflaster) verwenden wir deshalb regelmäßig
als Provokationstest, um die Stabilität eines Behandlungserfolges einschätzen
zu können.
Bezüglich der Pathogenese (=
Krankheitsentwicklung) scheint bei diesem Schmerzsyndrom
dem Histamin eine
besondere Rolle zuzufallen.
Bei der Migräne
können die Schmerzanfälle tagelang anhalten.
Bei dieser Erkrankung treten in typischer Weise
anfallsartige, bevorzugt halbseitige Kopfschmerzen (Hemikranie) auf, begleitet
von Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit. Darüber
hinaus kann es zu Nerven- und Sehstörungen kommen. Fast regelmäßig wird die
Schmerzqualität als pulsierend, pochend und hämmernd angegeben.
Fast jedem Migräne-Patient sind sind auslösende Faktoren bekannt,
hauptsächlich der Genuß von Alkohol, insbes. Rotwein, oder bestimmte
Käsesorten.
Ätiologie (=
Krankheitsursache) und Pathogenese (=
Krankheitsentwicklung) der Migräne sind letztlich noch nicht
sicher geklärt. Nach der IHS-Klassifikation von 1988 gibt es hauptsächlich
zwei Gruppen: Migräne mit und ohne Aura. Die frühere Einteilung in
einfache, klassische und komplizierte Migräne wurde aufgegeben.
Zu weiteren Erkrankungen mit dem Leitsymptom (= herausragendes Krankheitszeichen) "Schmerzanfälle" gelangen Sie hier.
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* Dr. (Univ. Padua) Krumbeck und Dr. Leeser sind
freiberuflich als leitende Ärzte in der Schmerzklinik Bad Mergentheim tätig.
Welche Vorteile bietet eine
Schmerzbehandlung im
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- Große Erfahrung, in der Klinik werden seit 1983 ausschließlich Patienten mit chronischen Schmerzen behandelt.
- Hohe fachliche Kompetenz, die Klinik bzw. der Chefarzt besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung der Ärztekammer für das Fachgebiet "Spezielle Schmerztherapie".
- Optimale ärztliche Betreuung. Durchschnittlich 50 Patienten werden derzeit von 5 (!) Ärzten versorgt, allein 4 davon sind geprüfte Fachärzte.
- Umfassendes Therapieangebot. Durchführung aller anerkannten schulmedizinischen und einiger naturheilkundlichen Therapieverfahren bis hin zur Implantation von Morphinpumpen und Rückenmarkstimulationssystemen.
- Neben den gesetzlichen Krankenkassen und teilweise Rentenversicherungen sowie Berufsgenossenschaften übernehmen auch private Krankenkassen die Behandlungskosten. Beihilfefähig.
Die Kostenübernahme muß zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden, dazu kann der behandelnde Arzt bereitgestellte Vordrucke verwenden (einfach anklicken):
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